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Ein Schnüffler in Hollywood
Leo Pulp ist einer der Privatdetektive, die man in den „Film Noir” der Vierziger Jahre zu Gesicht bekommt, mit ihrem Namenszug auf der geschliffenen Glastür, dem kleinen, mit zwei durchgesessenen Sesseln möblierten Wartezimmer und einem stets unaufgeräumten und völlig chaotischen Büro, da das Honorar von 25 Dollar am Tag, mit dem ein Privatdetektiv seine moralische Unversehrtheit garantieren möchte, den Luxus einer Putzfrau nicht erlaubt. Leo Pulp lässt nichts missen, was an die Privatdetektive von damals erinnert: er ist hart im Nehmen wie sie, hart im Handeln wie sie, zynisch wie sie, romantisch wie sie (doch das würde er nicht mal zugeben, wenn man ihn foltern würde), ein Neinsager wie sie und schließlich (wie man heute sagen würde) politisch unkorrekt wie sie. Er kämpft seine kleinen Kriege stets als Einzelgänger, der Einzige, der ihm immer wieder hilft ist Polizeiinspektor Nick Tracy (den Leo allerdings immer Dick nennt, was Nick zur Weißglut bringt), doch das tut Nick nicht aus Kameradschaftlichkeit oder Hilfsbereitschaft, sondern weil Leo mit ihm eine Rechnung offen zu haben scheint und er daher dazu gezwungen ist. Eine weitere Person in Leos Privatschnüffler-Leben ist die blonde Norma mir ihren üppigen Formen, die in einer Bar arbeitet, die Leo regelmäßig besucht, da er dort sein Lieblingsgericht gratis aufgetischt bekommt: Rühreier mit Speck. Norma ist eigentlich Leos Freundin, doch er, dem es gefällt, sich zynischer zu geben, als er in Wirklichkeit ist, ist felsenfest davon überzeugt, sich aus rein opportunistischen Gründen mit ihr einzulassen. Leos Fälle spielen sich in Hollywood ab, in der Welt des Films, wo er den berühmtesten aller berühmten Diven begegnet (von denen er sich natürlich niemals verführen lassen würde), den bekanntesten Schauspielern (von denen er sich niemals beeindrucken lässt) und den skrupellosesten Gangstern. Mit nach vorn geladenem Kinn und stets geladener Browning gibt Leo niemals auf. Nichts kann ihn aufhalten: weder das breitlippige Lächeln einer unwiderstehlichen Blondine, noch das ohrenbetäubende Rattern eines Maschinengewehrs. Er bleibt immer am Ball, bis jedes noch so schwierige und komplexe Geheimnis gelüftet ist. Zeichnung: Massimo Bonfatti
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